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Material mit Charakter

sus_damaststahl04Damast- oder auch Damaszenerstahl wurde bereits vor über 2000 Jahren hergestellt und zu dieser Zeit vor allem zu Messerklingen und Blankwaffen verarbeitet. Der ursprüngliche Gedanke war es, durch die Kombination von verschiedenen Stählen, deren positive Eigenschaften in einer Klinge zu vereinen. Das charakteristische Muster war dabei zunächst nur ein Nebenprodukt, entwickelte sich mit der Zeit aber immer stärker zu einem Qualitätsmerkmal, was die „Wurmbunten Klingen“ des Mittelalters zu begehrten Statussymbolen für die Herrschenden machte. Und auch heute haben Damaststähle einen besonderen optischen Reiz, weshalb sie gerne zu Schmuckstücken wie Ringen, Armreifen oder Gürtelschnallen verarbeitet werden.

Auf ewig verschweißt

Schmiedefeuer und DamaststahlDie Fertigung des Damaststahls bei STAHL & STEIN beginnt mit mindestens zwei unterschiedlichen Stahlsorten, abhängig von dem Produkt, welches einmal aus diesem Stück entstehen soll. Für Schmuckstücke werden Kaltarbeitsstähle mit einem hohen Kohlenstoffanteil und niedrig legierte Baustähle verwendet. Soll ein Messer entstehen, werden abhängig vom späteren Einsatzzweck verschiedene Werkzeugstähle verwendet, die sich gut härten lassen und ganz unterschiedliche Legierungsbestandteile enthalten können. Durch die bewusste Verwendung und Kombination solch unterschiedlicher Ausgangsstähle lassen sich die Eigenschaften des späteren Damaststahls ganz gezielt beeinflussen.

sus_damaststahl05Die Stähle werden als flache Stücke abwechselnd übereinander gestapelt und bei Temperaturen von über 1100°C unter unzähligen Hammerschlägen miteinander „feuerverschweißt“. Bei diesem Prozess verbinden sich die Stähle und es entsteht ein Schicht- oder auch Lagendamast. Entscheidend für das Gelingen der Feuerschweißung ist hierbei die Temperatur. Nur wenige Grad zu viel und der Stahl „verbrennt“. Ist das Paket nicht heiß genug verbinden sich die Lagen nicht miteinander und es entstehen irreparable Schweißfehler, die die Arbeit von Stunden oder sogar Tagen zunichtemachen können.

Verarbeitung

Ist die Herstellung des Damaststahls gelungen, so beginnt die eigentliche Arbeit um das entstandene Stück Stahl in eine Messerklinge oder ein individuelles Schmuckstück zu verwandeln. Viele weitere Arbeitsschritte sind nötig, um am Ende das Muster in der Oberfläche möglichst gut zur Geltung zu bringen.

 

 

 

Die Bilder entstanden im Rahmen einer Seminararbeit an der Fachhochschule Dortmund.

Vielen Dank an Olga Gontscharow für die Bilder und das Interesse an dieser alten Handwerkskunst.

www.oljaa.com

www.stahlgebiet.de